Der Umgang mit Zertifikaten will gelernt sein. Nicht jeder hat ein goldenes Händchen und das Fingerspitzengefühl für finanzielle Angelegenheiten. Lesen Sie Was man unter einem Zertifikat versteht, welche Vorteile diese besondere Form der Anleihe mit sich bringt und worauf bei einer Investition in eine Inhaberschuldverschreibung Rücksicht zu nehmen ist.

ÜBERALL ZU HAUSE
Etwas haben Zertifikate den anderen Wertpapieren voraus: Im Gegensatz zu einem Fonds, bei dem der Anleger nur Miteigentümer an einem Sondervermögen ist, stellen Zertifikate eine Inhaberschuldverschreibung dar. Der Anleger überlässt der Bank sein Geld und erhält dafür eine Schuldverschreibung. Er kauft sozusagen die Möglichkeit, von der Wertsteigung einer Aktie oder eines Indizes zu profitieren. Der Wert hängt davon ab, wie sich eine Aktie, ein Index, der Preis von Gold oder die Börse eines Landes entwickelt. Auch die Gebühren sind wesentlich geringer als die Aufschläge für Fonds. Im Falle eines Konkurses des Geldinstituts wird zwar der Inhaber als letzter befriedigt, doch die Gefahr bei großen Zertifikat-Banken wie der Commerzbank, Deutsche Bank oder ABN Amro sind äußerst gering. Welche Bereiche sind mit einem Zertifikat abgedeckt?

Die Bandbreite ist ein weiterer Vorteil des Zertifikats und reicht von Aluminium bis Zink, von Auto bis Zucker und von Amerika bis Zentralafrika. Es gibt fast keinen Bereich, in dem Zertifikate nicht zu Hause sind. So steht einer Investition in Exoten-Märkte wie Pakistan oder in neue Trends wie Solarenergie oder Klimaschutz nichts im Wege.

FÜR SICHERHEITSBEWUSSTE
Die Ära von Zertifikaten fing zirka vor fünf Jahren an, als der Börsencrash Anleger in Angst und Bange versetzte und diese sich von Aktien und Fonds abwendeten. In dieser Zeit feierten Garantie-Papiere ihre Einführung, da sich Investoren vor Kursverlusten absichern wollten. Ein Zertifikat, das eine Rückzahlung des investierten Geldes zu einem festen Termin garantierte, wurde von zahlreichen Anlegern mit offenen Armen willkommen geheißen. Steigt der Basiswert einer Aktie oder eines Indizes, dem das Zertifikat zugrunde liegt, dann profitieren die Anleger von diesem Wachstum. Wie hoch letztendlich die Rückzahlung am Endtermin ist, bestimmt der Anleger durch seine Auswahl selbst. Papiere die 100 Prozent des eingesetzten Kapitals sichern, dekken das Risiko am besten ab. Doch Nachteile sind auch bei dieser Variante nicht zu vermeiden. Verkauft man das Zertifikat vor Ende der Laufzeit, hat man keinen Anspruch auf die eingeräumte Garantie. Eine weitere Schwäche verantwortet der Fiskus. Dieser stuft Garantie-Zertifikate als „Finanzinno vationen" ein und die daraus resultierenden Ein künfte sind, unabhängig von der Haltedauer, wie Zinsen zu versteuern.

FÜR OPTIMISTEN
Zur beliebtesten Kategorie in Sachen Zertifikate zählen neben den Garantie-Papieren auch die Discount-Zertifikate. Der große Vorteil liegt hier in der Risikominimierung, da der Discounter einen Sicherheitspuffer bildet und im Gegensatz zu Direktinvestitionen in Aktien die Gefahr von Verlusten geringer ist. Bei Discount-Zertifikaten kaufen die Anleger Aktien und Indizes sozusagen mit einem Rabatt. In diesem Fall wird von der Bank ein Discounter auf eine Aktie mit beispielsweise 20 Prozent Rabatt gelegt. Anstelle des vollen Kurses der Aktie von beispielsweise 100 Euro zu bezahlen, erwirbt der Kunde das Wertpapier um nur 80 Euro. Der Kurs kann somit bis auf 80 Euro fallen, ohne dass der Investor einen Verlust erleidet. Sollte jedoch der Kurs diese Schwelle unterschreiten, dann bekommt der Anleger am Ende nur den Wert, zu dem die Aktie notiert. Natürlich gibt es eine solche Bevorzugung nicht um sonst. Beim Gewinn setzt die Bank auch eine Grenze, beispiels weise bei 130 Euro. Sollte nun der Kurs der Aktie höher sein als diese Grenze, erhält der In haber des Zertifikats nur die 130 Euro. Bei Discount-Zertifikaten kaufen die Anleger Aktien und Indizes sozusagen mit einem Rabatt. Natürlich gibt es eine solche Bevorzugung nicht umsonst. Beim Gewinn setzt die Bank eine Grenze.

FÜR BEDENKLICHE
Bonus-Zertifikate sind für Anleger gedacht, die glauben, dass die Börse in den kommenden Jahren auf der Stelle treten wird und die mit ihrer Investition auf der sicheren Seite sein möchten. Bei diesen Zertifikaten bekommt der Investor eine Prämie, doch diese ist an einige Kriterien geknüpft.

FÜR ZOCKER
Knock-out-Zertifikate verfolgen das Motto: „Alles oder nichts". Die Gewinnchancen sind zwar sehr hoch, die Gefahr eines Totalverlustes aber auch. Daher sollte der Umgang mit solchen Zertifikaten nur Finanzprofis vorbehalten sein. Das Skurrile an diesen Papieren: Sinkt der Kurs der Aktie oder des Index unter eine bestimmte Schwelle, ist der Verlust des eingesetzten Kapitals vorprogrammiert.

 

Hier einige wichtige Regeln, die die Entscheidung einer Investition in ein Zertifikat leichter machen soll:

  • Alles beginnt mit einer Strategie. Bevor man sich für eine Anlage entscheidet, ist das Gesamtvermögen genau zu betrachten und eine Aufteilung der einzelnen Investitionsmöglichkeiten vorzunehmen. Erst danach ist zu entscheiden, ob und mit welchem Wertpapier die geplante Strategie umgesetzt wird und infolge dessen eine Investition stattfindet.
  • Ehe die Entscheidung auf ein Zertifikat fällt, sind etwaige Alternativen zu berücksichtigen. Weiters sind Fragen über die eigene Risikobereitschaft, Verlustmöglichkeiten und Kosten zu klären. Erfordert ein Wertpapier eine tiefgründige Auseinandersetzung und viel Zeit, die ich aber aufgrund bestimmter Faktoren nicht aufweisen kann, ist von dieser Anlageform Abstand zu nehmen.
  •   Vor dem Erwerb eines Zertifikats ist ein genaues Studieren seiner Funktionsweise und seiner Gebührenstruktur ein Muss. Nur wer genau weiß, was sein Zertifikat beinhaltet und wie es funktioniert, kann mit ruhigem Gewissen den Gewinnen entgegenwarten.
  • Auf die Bonität der emittierenden Bank ist ein Auge zu werfen, denn Zertifikate sind in Punkto Aktien und Fonds unterlegen, da Fonds ein Sondervermögen und Aktien einen Anteil am Unternehmen verbriefen.
  • Preisvergleiche garantieren, dass man nicht über den Tisch gezogen wird. Jedoch ist dies bei Bonus- und Garantie-Zertifikaten aufgrund unterschiedlicher Ausstattungsmerkmale meist nur sehr schwer möglich.

nicht mit dem Thema befasst

Dax on 18. Juli 2010 - 20:45

Habe noch keine Zeit gefunden mich mit diesem Thema weiter zu beschäftigen, aber hier wird mir mal wieder klar warum ich das bis jetzt nicht bereue. Diese enormen Anlagen wären mir ein viel zu großes Risiko und hätte Angst, mein Geld schnell zu verlieren.

Interessanter Artikel, eins

Gordon Gekko on 28. Oktober 2010 - 10:22

Interessanter Artikel, eins sollte man beherzigen, Zertifikate bleiben hochspekulativ und sind mit einem großem Risiko behaftet.

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