Haben Sie Verwandte in Nigeria?
Die meisten Leser werden diese Frage zwar mit einem Nein beantworten können, doch kursieren im Internet seltsame E-Mails, in denen ein angeblicher Anwalt aus Nigeria oder einem anderen afrikanischen Land eine Geschichte von einer wohlhabenden, leider aber tödlich verunglückten Familie erzählt. Daraus entwickelt sich eine hanebüchene Story, derzufolge der Empfänger der E-Mail auf Grund einer entfernten verwandtschaftlichen Beziehung auch der Erbe des hinterlassenen Vermögens sei.
Antwortet man auf eine solche E-Mail, taucht auf einmal ein klitzekleines Problem auf, das es vor dem Antritt der Erbschaft noch aus der Welt zu schaffen gilt: Das Geld sei aus dem Land nicht einfach so herauszubekommen, es müssten noch Gebühren bezahlt werden – für die Überweisung, für den Anwalt, Steuern und sogar Bestechungsgelder – und die muss der Erbe in spe vorstrecken.
So unglaublich es auch klingen mag, es gibt immer wieder Fälle, in denen diese Geschichte oder ähnliche Märchen Menschen dazu gebracht haben, das Geld tatsächlich zu überweisen. Sie wurden bitter enttäuscht. Die so genannte Nigeria-Connection operiert schon seit Ende der 80er-Jahre zunächst mit der Briefpost, Kleinanzeigen und Faxen und seit vielen Jahren auch per E-Mail und gefälschten Urkunden usw. Sie ist eine mittlerweile nicht mehr nur auf dieses eine Land beschränkte Verbrecherorganisation aus vielen kleinen Gruppen, die wohl immer noch Dumme findet, die auf die fantastischen Geschichten eingehen und teilweise sogar nach Afrika reisen, um die Gelder zu übergeben. Nicht wenige Empfänger machen sich mittlerweile einen Spaß daraus, den Spieß umzudrehen. Sie gehen zum Schein auf die E-Mails ein und veralbern die Betrüger mit noch obskureren Geschichten, vereinbaren Treffen rund um den Globus, die sie nicht einhalten und versuchen, Fotos von den Betrügern durch andere Internet-Nutzer vor Ort schießen zu lassen. Getrieben von der Gier gehen deutlich mehr Betrüger darauf ein, als man glaubt.
Die Sammlung entsprechender Trophäen finden Sie online unter www.419eater.com. Eine große Übersicht der Betrüger- E-Mails hat man zudem auf www.nigeria-connection.de veröffentlicht.





Und nun stelle man sich mal
DrHouse on 28. Oktober 2010 - 14:09Und nun stelle man sich mal vor, da sitzt wirklich so ein Nachlass-Verwalter in Nigeria und versucht verzweifelt das Millionenvermögen dem rechtmäßigen Erben zuzustellen und der antwortet nicht, weil er es für Spam hält....
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