Gerade für Unternehmer und Selbständige ist ein vernünftiger Risikoschutz wichtig. Er sichert im Ernstfall die finanzielle Basis für Betrieb und Familie ab.

Das Geschäft mit der Angst ist lukrativ

 Versicherungen bieten Policen für fast jeden Albtraum: Unfall, Berufsunfähigkeit, Krankheit oder Tod. Nach Einschätzung von Verbraucherschützern sind viele dieser Angebote überflüssig, unzureichend oder zu teuer.
Aber nicht, wenn es um die existenzielle Grundsicherung geht, was für Unternehmer oder Selbständige mehr zutrifft als für Arbeitnehmer, die im Ernstfall vom sozialen Netz aufgefangen werden. Zu dieser Grundvorsorge gehört neben einer privaten Berufsunfähigkeitspolice fast immer eine Risiko-Lebensversicherung mit ausreichender Deckungssumme.
Einfache Risiko-Policen ohne Schnickschnack werden von Vermittlern, Maklern und Vertretern nur ungern verkauft, weil sie zu wenig Provision abwerfen. Sie bieten lieber den Risikoschutz kombiniert mit dem Vermögensaufbau an - was landläufig auch als Kapital-Lebensversicherung bekannt ist. Da winken dann dicke Provisionen wegen der während der Vertragslaufzeit insgesamt gezahlten Beiträge: immerhin um die vier Prozent. Was bei einer Kapitalversicherung mit 30 Jahren Vertragsdauer und 6000 Euro Jahresbeitrag gut 7000 Euro ausmacht. Bei einer Risiko-Police bekäme der Vermittler nur einen Bruchteil davon.
Das wiederum bringt Verbraucherschützer auf die Palme:

Risikoschutz und Geldanlage sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Kombination von beiden in ein und demselben Produkt, etwa in der Kapital-Lebensversicherung, sind für Unternehmer nicht sinnvoll. Denn wer als Unternehmer Vermögen schaffen will, steckt sein Geld als Erstes in die eigene Firma. Falls dann noch etwas übrig ist, in Mietimmobilien, Bundesanleihen, Rentenfonds oder ein paar Qualitätsaktien. Eine Risiko-Lebensversicherung benötigt jeder, der wirtschaftliche Verantwortung trägt. Das ist etwa der Handwerker, dessen Betrieb noch nicht aus dem Gröbsten raus ist und der für den Ernstfall nicht nur Frau und Kinder, sondern auch einen Kompagnon absichern muss, damit die Firma nach einem Supergau weitergeführt werden kann.

Jungunternehmer schließen eine Risiko-Police ab nach kostspieligen Investitionen: etwa dem Kauf einer Firmenimmobilie oder der Anschaffung neuer Maschinen.

Schulden absichern

Risikovorsorge sollten aber auch junge Familienväter betreiben, die sich eine eigene Immobilie angeschafft haben. Verstirbt der Hauptverdiener, droht nicht selten die Zwangsverwertung des Objektes, weil die Frau weder die Zinsen noch die Tilgung des Hypotheken-Darlehens schultern kann. Mit der Zahlung aus einer Risiko-Police hingegen ließe sich das Häuschen schnell entschulden, so dass mietfreies Wohnen möglich ist.
Bei Firmenchefs indes lässt sich die Frage nach einer ausreichenden finanziellen Vorsorge nicht so standardisiert beantworten. Hier hängt die Höhe der Garantieleistung, der vertraglich vereinbarten Versicherungssumme, von einer Reihe unterschiedlicher Kriterien ab. Die sind allesamt dem Betrieb zuzuordnen. Dazu zählen in der Hauptsache das Ausmaß der Investition und der Anteil des nötigen Fremdkapitals.
Legt man die Empfehlung von Finanzexperten zugrunde, wonach Arbeitnehmer drei bis vier Netto-Jahresgehälter vereinbaren sollten, kommt schnell eine Deckungssumme von 150000 bis 200000 Euro zusammen. Bei Unternehmern werden es deutlich höhere Garantieleistungen sein. Die Höhe des monatlichen oder jährlichen Versicherungsbeitrags richtet sich nach dem Risiko, das eine Assekuranz tragen muss. Dies sind hauptsächlich die vereinbarte Todesfallleistung, die Laufzeit des Vertrages, das Geschlecht des Versicherungsnehmers, dessen Alter und Gesundheitszustand. Beispiel: Jüngere Nichtraucherinnen zahlen am wenigsten, ältere Raucher am meisten. Die Tarife: Zwei unterschiedliche Varianten sind üblich. Bei der einen garantiert der Risiko-Versicherer einen monatlichen oder jährlichen Höchstbeitrag. Oft nur ein theoretischer Wert, weil die tatsächliche Versicherungsprämie, der Zahlbeitrag, deutlich niedriger liegt. Denn bei Risiko-Policen werden durch die ertragsorientierte Investition der Beiträge Überschüsse erwirtschaftet. Die wiederum werden vom garantierten Höchstbeitrag abgezogen, so dass der Versicherungsnehmer teils spürbar weniger zahlt als in der Theorie möglich ist.

 Verschiedene Tarife prüfen

Der Fachbegriff lautet Beitragsverrechnung. Die Versicherungssumme, identisch mit der vertraglich vereinbarten Todesfallleistung, ändert sich während der Laufzeit nicht. Die Beiträge können schwanken - eben abhängig von der Überschussbeteiligung, die sich entsprechend dem Anlageerfolg des Versicherers ändern kann.

Tarif-Alternative sind über die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages konstant hohe Beiträge und eine zugleich nicht garantierte Versicherungssumme. Diese kann von Jahr zu Jahr schwanken - abhängig von der Höhe der Überschussbeteiligung. Speziell für Handwerker ist dieser Tarif nicht die erste Wahl. Denn Angehörige oder Geschäftspartner müssen im Ernstfall mit einer bestimmten Versicherungssumme kalkulieren, um finanzielle Verpflichtungen abzulösen. Empfehlenswert ist fast immer jene Variante, bei der die Überschüsse mit dem Beitrag verrechnet werden, die Versicherungssumme, also die garantierte Todesfallleistung, unverändert bleibt. Ausnahme: Restschuldversicherung. Das ist eine Risiko-Police, mit peu ä peu abnehmender Versicherungssumme (garantierter Todesfallleistung). Hintergrund: Vor allem bei Immobilien-Darlehen, auch bei Investitionskrediten, vereinbaren Gläubiger und Schuldner eine konstante oder anpassbare Tilgung. Dadurch sinkt die Restschuld stetig. Entsprechend kann sich auch die Todesfallleistung der Risiko-Police verringern.

Durch meine Selbständigkeit,

Duk on 1. Dezember 2010 - 20:25

Durch meine Selbständigkeit, bin ich auf solch hilfreiche Tipps angewiesen. Vergleiche lohnen sich wirklich immer :)

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