Mit der DSC-T 9 kommt man schnell zum Schuss, wenn denn der träge Zoom den gewünschten Bilddausschnitt gefunden hat. Doppelt hält besser, dachte man sich wohl bei Sony. Und so spendieren die Japaner der DSC-T 9 gleich zwei Bildstabilisatoren, einen optischen und einen elektronischen. Das scheint angebracht, denn bei dieser Kamera folgt die Form nicht der Funktion.
Die Tasten sind klein und glatt geraten, auf der metallischen Oberfläche des Gehäuses finden die Finger nicht immer den nötigen Halt. Daher sollte man die mitgelieferte Handschlaufe tunlichst einsetzen, um den ungewollten Bodenkontakt der Kamera zu verhindern.
Nur kurz braucht die schlanke Schöne, um ihre Linsengruppen aufs Motiv Scharfzustellen und auszulösen. Damit gelingen auch Schnappschüsse von spielenden Kindern oder hyperaktiven Haustieren. Voraussetzung: Man trifft auf Anhieb den richtigen Bildausschnitt, denn das Zoom agiert eher behäbig.
Bei der kamerainternen Aufbereitung geht die Sony aggressiv zu Werke. Der Preis für scharfe Details sind Bildstörungen durch Artefakte, die sich auch am PC nachträglich nur schwer beseitigen lassen. Auch Motivkanten — Beispiel Lattenzaun — lässt die Kamera nicht nur Gutes angedeihen. Sie arbeitet betont richtungsabhängig und verstärkt senkrechte Kanten fast doppelt so stark wie die waagerechten, sie erscheinen deutlich schärfer, aber auch unnatürlicher.
Probleme gibt's auch bei Architekturaufnahmen: Gerade Linien sind in der kurzen Brennweite stark tonnenförmig verzogen, in der langen Brennweite verzieht das Motiv kissenförmig. Deutlich besser beherrscht die Kamera dagegen Landschaftssauf-nahmen: Über den gesamten Zoombereich ist der Bildrand nur geringfügig dunkler als die Mitte, der strahlende Himmel bleibt strahlend. Während der optische Bildstabilisator tatsächlich gegen Verwackler hilft, dreht der softwarebasierte nur die Empfindlichkeit hoch. Folge: Das Bild verrauscht.
Videos legt die Cybershot im uni-versellen MPEG-1 -Format ab. Bewegungen wirken flüssig, die Blockartefakte halten sich im Rahmen. Könnte man beim Filmen zoomen, könnte sie für ihre Multimediaeigenschaften ein „gut" einstreichen.





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