Gut ausbalanciert: Mit dem Bildstabilisator im Kameragehäuse sollen unscharfe Bilder der Vergangenheit angehören. Die Alpha 100 ist Sonys erste Spiegelreflexkamera und schon klettert sie mit aufs Siegertreppchen. Basis des Erfolgs: Sonys Digital-Know-how kombiniert mit der Fotokompetenz von Konica-Minolta. Das Premieren-Bonbon: Dank des mechanischen Bildstabilisators in der Kamera sollen verwackelte Fotos der Vergangenheit angehören, unab-hängig vom Objektiv. Das funktioniert in der Praxis einwandfrei.


Das Sony-Set-Objektiv (DT 3,5-5,6/ 18-70 mm) liefert an der Alpha 100 eine durchwachsene Abbildungs-qualität: Bei offener Blende im Weitwinkel- und Telebereich zeigt es
Schwächen, die durch Abblenden um eine Stufe verringert werden. Dann erscheinen die Bilder brillanter und schärfer. Im Weitwinkel nimmt bei offener Blende die Helligkeit zum Bildrand hin ab. Das stört besonders bei Land-schaftsaufnahmen, bei denen der Himmel in den Bildecken dunkler wird. Erst bei kleinerer Blendenöffnung stört der Fehler nicht mehr.

Die deutliche tonnenförmige Verzeichnung in der kurzen Brennweite verdirbt manche Gebäudeaufnahme, gerade Kanten erscheinen im Bild gekrümmt. Dieses Problem ist auch durch Abblenden nicht zu lösen. Der Autofokus arbeitet sehr flink und zuverlässig. Optik und Kamera kooperieren beim Scharfstellen: Der Motor in der Kamera treibt das Objektiv über eine Steuerwelle an, das geschieht allerdings lauter als bei Kandidaten, deren Fokusmotor im Objektiv sitzt.

Die Elektronik der Kamera bereitet die vom 10,2-Megapixel-Bildsensor kommenden Details recht aggressiv auf, gut für den Foto-Direktdruck, aber schlecht für die Bearbeitung am PC. In feinen schrägen Strukturen zeigen sich Helligkeits- und Farbmoir. Das Rauschniveau ist bis ISO 400 niedrig und steigt erst ab ISO 800 an.

Die Alpha 100 liegt sehr gut in der Hand, aber der glatte, spoilerartige Griffaufsatz erschwert den Zugriff auf Auslöser und Einstellrad. Hier gehen die optischen Akzente zulasten der Bedienung. Ein weiterer Fauxpas: Die Schrift auf dem Monitor ist etwas flau und schwer lesbar. Erhöht man die Helligkeit des Bildschirms, um dem Übel abzuhelfen, stellt die Alpha 100 auch die Fotos zu hell dar.
 

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