Start frei heißt es nun endlich auch von der deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) für den Wireless-LAN-Standard nach IEEE-802.11a. Bislang konnten wir nur neidisch auf Frankreich, Großbritannien, die Benelux-Länder und weitere europäische Nachbarn sowie nach Amerika blicken, bei denen die neue Technik schon benutzt werden darf. Frequenzen im Bereich von 5 GHz sind nun für das so genannte Hiperlan vorgesehen.

Von Anfang an klar war, dass die versprochenen 54 MBit bei weitem nicht erreicht werden. So ist es auch beim langsamen Vorgänger nach IEEE802.11b: Mit 11 MBit werben die Hersteller auf ihren Verpackungen. Das ist allerdings die theoretisch maximale Brutto-Datenrate. Für Userdaten bleiben lediglich 7 MBit – im Idealfall. In der Realität erreicht IEEE-802.11b höchstens etwa 5 MBit.

Die ersten Messungen des amerikanischen Netgear-Kits zeigten tatsächliche Werte von etwa 17 MBit, was etwa dem vierfachen Wert des etablierten Standards entspricht. Somit steht auch multimedialastigeren Anwendungen nichts im Wege, Ansehen von Videos über das drahtlose Netzwerk beispielsweise funktioniert sicher und ruckelfrei. Nicht so toll ist, dass die Frequenzen des so genannten Turbo-Modus in Deutschland nicht freigegeben werden. Ohne diesen zusätzlichen Datenturbo kommt der neue Standard auf Werte im Bereich von 16,7 MBit/s, damit sind fast 18 MBit/s möglich.

Kompatibel sind der alte und der neue Standard leider nicht, denn das 11-MBit-Netzwerk funkt auf ganz anderen Frequenzen: Der Bereich von 2,4 GHz ist für IEEE-802.11b reserviert. In den USA liefert Netgear aber schon die ersten PCMCIA-Karten aus, die beide Standards unterstützen. Netgear rechnet damit, in Deutschland im letzten Quartal dieses Jahres oder im ersten Quartal des nächsten Kombikarten ausliefert.-

Neuer  Standard
IEEE802.1 1a, der neue Standard, funkt im 5-GHz-Band. Dieser Frequenzbereich hat Vorteile, so gibt es beispielsweise deutlich mehr Kanäle als beim alen Standard. Das ist vor allem dann wichtig, wenn viele Anwender gleichzeitig kabellose LAN-Verbindungen zum selben Access-Point oder zu einem weiteren Access-Point in Funkreichweite verwenden. Bluetooth funkt nämlich genauso wie der B-Standard  bei 2,4 GHz, wodurch weitere Störungen auftreten können und die Datenrate noch weiter gebremst wird. Allerdings ist die Reichweite im A-Standard nicht so hoch wie im B-Standard. Vor allem Hindernisse mit hohem Absorptionsvermögen, beispielsweise massivere Wände, sind im 5-GHz-Band störend: Sie lassen die Datenrate regelrecht zusammenbrechen. Bei Hot Spots, also Gebieten, in denen ein öffentliches WLAN-Netzwerk zur Verfügung steht, müssen daher deutlich mehr Access-Points installiert werden, um einen gleich großen Bereich abzudecken.
 

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