Mit einem Musikhandy in der Tasche kann eigentlich nichts schief gehen. Dank der mobi­len Multimedia-Maschine ist man stets erreichbar und bestens unterhalten - theoretisch. In der Praxis kennt man aber oft genug alle gespei­cherten Titel in- und auswendig und dürstet nach Neuem. Abhilfe versprechen Musikportale für Han­dys: Sie schicken per Knopfdruck den Lieblingssong aufs Mobiltelefon.

Vier Anbieter erlauben Handys derzeit den Zugriff auf ihr Sortiment: Die Netzbetreiber O2, T-Mobile und Vodafone richten ihr Musikangebot ausschließ­lich an eigene Kunden. Jamba Music bietet seinen Dienst allen Kunden an.

Erste Voraussetzung bei sämtlichen Diensten ist, dass das MP3-Telefon unterstützt wird, nicht jedes Handy kann an den Musikquellen zap­fen. Besonders klein fällt die Auswahl bei Jamba Music und der Mobile Jukebox von T-Mobile aus. Hier muss der Anwender zuvor noch spezielle Handy-Software installieren. Im Praxistest war dies die größte Hürde. Trotz Hotline-Hilfe konnten wir die Jamba Music-Software auf unseren Nokia-Handys 3230 und N 91 nicht installieren.

Ähnliche Schwierigkeiten verursachte auch die Mobile Jukebox. Auch hier weigerte sich das Testtelefon von Nokia (N 70) - trotz Hotline-Unterstüt­zung - standhaft, den Jukebox-Player zu laden. Viel einfacher geht es bei Handys, die bereits ab Werk für den mobilen Download ausgerüstet sind. Das Prinzip „Einschalten und Musik laden" gilt für unser Testgerät SonyEricsson K 800 i von O2. Im Musikspieler des Mobiltelefons ist die Option „O2 Musik" angelegt, die auf Tastendruck eine Online­verbindung zu O2 Music herstellt.

Nicht ganz so schnell geht's beim Music Down­load von Vodafone. Hier muss der Anwender per Handy-Internetbrowser auf das Vodafone live- Por­tal zugreifen.

Einmal zahlen

Für alle Handyportale gilt: einmal zahlen - mehr­fach nutzen. Handy wie PC laden die gekauften Titel unabhängig voneinander vom Musikportal. Doch nicht jeder Computer ist fit für diesen Ein­satz. Es funktioniert nur, wenn eine aktuelle Vari­ante des Betriebssystems Windows, der Windows Media Player in der Version 9 oder 10, sowie ein Programm zur digitalen Rechteverwaltung (URM) installiert ist. Musikportale verlangen für den Kauf eines Titels zwischen 99 Cent und 1,99 Euro. Jamba, O2 und Vodafone lassen sich auch die Mobilfunk­verbindung bezahlen. Da kommt einiges zusammen, denn je nach Suchaufwand und Datenmenge des Wunschtitels dauert der Onlinekauf zwischen drei bis fünf Minuten. Bei Nutzung des schnellen UMTS-Netze. Musik tanken über das herkömm­liche CSM-Netz erfordert pro Lied etwa sieben bis zehn Minuten.

Bei T-Mobile hingegen sind die Transportkosten für den Titel bereits im Kaufpreis von 1,99 Euro enthalten. Jedoch überarbeitet der Anbieter zurzeit sein Jukebox-Angebot, so dass Änderungen bei Kosten und Bedienung möglich sind. Was sich ändern wird, konnte T-Mobile noch nicht sagen.

Der Klang ist nur ordentlich

Jamba Music taugt überhaupt nicht für spontane Einzelkäufe, nur Mitglieder des hauseigenen Musik­mietdienstes können für 1,29 Euro einen Titel zur uneingeschränkten Nutzung erwerben. Für die Mitgliedschaft werden jeden Monat Gebühren fällig - keine attraktive Losung. Damit die Songs im Handy möglichst wenig Spei­cher belegen und schnell per Mobilfunknetz über­tragen werden können, verschicken sie die Handy­portale in den Audio-Formaten AAC oder dem weiterentwickelten AAC+.

Die von den Portalen O2 Music und Vodafone Music ­Download gelieferten Songs klingen ordentlich, es fehlt ihnen aber die Brillanz. Sorgfältig erstellte MP3s hören sich auf jeden Fall besser an - für Genießer ist das Nachtanken übers Mobilfunknetz daher keine echte Alternative.

Download lieber per Internet

Gast on 19. Dezember 2009 - 16:41

Ich lade die Musik lieber am heimischen PC runter. Der Weg bietet eine wesentlich größer Auswahl, Soundqualität und die Kosten hat man besser im Blick.

NoMan

iTunes

Gast on 22. April 2010 - 12:54

guter Artikel, als Besitzer eines iPhones nutze ich iTunes. Ist aber recht umständlich und nervige Rechtesetzung, Musik läuft nur auf Geräten von Apple :-(