Alles ist so einfach, wenn es um ein privates Girokonto geht. Die Banken überbieten sich derzeit mit Top-Konditionen, weil sie Kunden gewinnen wollen. Wer etwa über einen regelmäßigen Gehaltseingang verfügt, kann kostenlos transferieren und erhält dafür - etwa bei der Comdirekt - sogar jeden Monat einen Bonus. Besser noch sind die Konditionen für Tages- und Festgeld. Wer jetzt Geld anzulegen hat und bereit ist, seine Bank zu wechseln oder gleich mehrere Konten zu führen, kann als Privatmann lukrative Zinsen kassieren und dafür wenig Gebühren zahlen. Neukundengewinnung ist das Gebot der Stunde bei den großen Geldhäusern, allen voran die Direktbanken.

Verdeckte Karten

Intransparenter Markt. Weitaus komplizierter und vor allem intransparenter jedoch gestaltet sich der Markt für Geschäftsgirokonten. Wie hoch die Gebühren ausfallen, wie viel Kontokorrentzins zu zahlen ist, hängt nicht von der Bankengruppe, sondern von der einzelnen Filiale ab. Nicht zuletzt sogar vom Sachbearbeiter. Daten über die Bedingungen bei Geschäftskonten geben die Institute nicht gern heraus. Die Gebühren unterscheiden sich deutlich von Region zu Region, von Stadt zu Stadt. Wer etwa auf dem Land seinen Betrieb führt, muss oft deutlich weniger Gebühren zahlen und erhält bessere Zinskonditionen als der Städter. Entscheidend bei der Auswahl der Bankverbindung sollten aber ohnehin nicht nur die Konditionen im Einzelnen sein, sondern auch Sympathie und Fachkenntnis des Sachbearbeiters. Wer ein gutes Verhältnis zu seinem Banker hat, kann besser verhandeln, falls der Betrieb einen finanziellen Engpass überstehen muss oder hohe Investitionen zu tätigen sind. Offenheit auf beiden Seiten ist das Erfolgsrezept für eine gute Geschäftsbeziehung zur Hausbank.
Konditionen vergleichen. Einige Euro mehr für eine Überweisung zu zahlen kann sich langfristig rechnen, wenn die Bank dem Handwerksunternehmer später entgegenkommt. Zumal der Konditionenvergleich ohnehin schwierig ist: Die Kontoführungsgebühren für ein Geschäftsgirokonto beginnen bei knapp über einem Euro (online gegebenenfalls noch weniger) und können bis über 15 Euro im Monat steigen. Transaktionen kosten wenige Cent, soweit sie beleglos getätigt werden. Papier-Buchungen kosten dagegen zwei Euro. Bei der einen Position preiswert, bei der anderen ganz schön teuer - die Institute mischen bei ihren Kalkulationssätzen kräftig durch. Einige Institute lassen sich tatsächlich noch die Bereitstellung einer ec-Karte bezahlen, und auch die Kreditkarte kann den Kontoinhaber bis zu 40 Euro jedes Jahr kosten. Unterm Strich summieren sich zwar auch diese geringen Beträge, doch treiben sie den Betrieb nicht in Existenznöte. Ein nicht gewährter Kredit, den ein unwilliger Sach- oder Filialleiter verweigert, hingegen schon.

Gut verhandeln

Sollzins. Wie hoch der Kontokorrentzins individuell ausfällt, ist Verhandlungssache, weshalb viele Geldhäuser diese Kondition ungern veröffentlichen. Unter zwölf Prozent Zinssatz ist jedoch derzeit die Ausnahme. Der Schnitt liegt weit darüber, bei 13 bis 14 Prozent. Kein Pappenstiel, zumal die Zinsen von den Banken inzwischen meist nicht mehr vierteljährlich, sondern monatlich berechnet werden.
Damit verteuert sich Liquidität merklich und stetig. Wichtig ist deshalb für jeden Geschäftskunden: Der Kontokorrentrahmen sollte möglichst breit vereinbart werden. Der Grund: Sobald der Unternehmer in die geduldete Überziehung gerät, wird es für ihn extrem teuer. Mit 15 und mehr Prozent Zins für jeden geliehenen Euro muss er dann rechnen. Experten empfehlen daher, den Banker bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig zu informieren und gegebenenfalls einen neuen, lang laufenden Kredit zu vereinbaren.

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